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Reisetipps Deutschland

Empfehlung von unserem Mitglied B.&K.H. (BY): Wer selbst von Hand mit der Nadel näht oder schon Gold-Borten verarbeitet hat oder liebt, wird zu diesen beiden Produktgruppen und deren Herstellungsgeschichte Interessantes erfahren.

Stadtmuseum Schwabach (Bayern) - Museum am O'Brien Park

Die fränkische Stadt Schwabach ist weltbekannt für seine Blattgold-, Schrauben-, Federn-, Draht-, Nadel- und Nagelproduktion. Dieser Metall verarbeitende Erwerbszweige ist aufwändig präsentiert in einer eigens dafür errichteten Museumshalle im Norden der Stadt, in der ehemalige O' Brien-Kaserne. Von der Stadtmitte aus ist das Museum zu Fuß zu erreichen, jedoch geht es bergauf. Der Weg lohnt sich, da das gesamte Museum mit seinen anderen Dauerausstellung, wie z.B. zur Geschichte der Ostereier weltweit, äußerst liebevoll und sehr museumsdidaktisch eingerichtet ist. Das Museum war für uns eine echte Entdeckung, auch wenn die textil-orientierten Exponate in der Gesamtkonzeption " Metallverarbeitung" integriert waren.
Den Schwerpunkt dieser Ausstellung bildet das Goldschlägerhandwerk, das in Schwabach seit dem 16. Jahrhundert ansässig ist. Goldschläger-Experten erläutern in der "Goldbox" (Vorführwerkstatt) anhand von historischen Werkzeugen und Maschinen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wie hauchdünnes Blattgold hergestellt wird.
Goldborten und andere Posamente, ob vergoldet oder in purem Gold, waren einst Exportschlager neben Handarbeitsnadeln, u.a. mit vergoldetem Öhr. Anschaulich wird anhand von Videosequenzen und den dazu gehörenden Maschinen der Produktionsvorgang vorgestellt. Dies gilt auch für die Nadel-Herstellung, sei es als Handarbeitsnadel oder Nadel in textil-technischen Maschinen.

StadtmuseumMuseumsstraße 1 (Eingang: Dr.-Haas-Straße), 91126 Schwabach


Empfehlung von unserem Mitglied Katja B. (BW):

Residenzschloss Ludwigsburg mit Modemuseum
- ein echter Hingucker, auch für Schulklassen 

Das im Barockstil erbaute Residenzschloss Ludwigsburg bietet neben seiner traumhaften Gartenanlage und seinen Prunkräumen und eine wahre Fundgrube für Textilbegeisterte.
Privat begeisterte mich bisher die Führung durch das Kinderreich, ein speziell zum Anfassen konzipiertes Museum, in dem die Kinder sich zunächst höfisch einkleiden können, um dann spielerisch Einblick zu erhalten in die Etikette am Hof (z.B. Begrüßung beim Antrittsbesuch oder die Tischmanieren zur Zeit vor 300 Jahren).
Übrigens: Auch "verkleidete Kindergeburtstage" können im Kinderreich gebucht werden.

Versteckt im vierten OG des Festinbaus (über dem Modemuseum) und selten für die Öffentlichkeit zu sehen befindet sich die Restaurierungswerkstatt: Kleider, Fächer, Täschchen, Hüte, Schuhe, Stoffe (der älteste aus koptischer Zeit (5. Jhd. n.Chr.)-  alles sorgfältig sortiert, kategorisiert und haltbar verwahrt.
Zuständig hierfür ist Bettina Beisenkötter und jetzt die Überraschung (ein Auszug aus ihrer Mail):
„Ich war in den 80er-Jahren bereits als Studentin unter Frau Prof. Dr. Immenroth Mitglied im Fachverband in Nordrhein-Westfalen. Da ich dann aber ab 1988 in der Ausbildung zur Textilrestauratorin in der Schweiz war, bin ich ausgetreten.“ 
Natürlich schade, aber Frau Beisenkötter ist aufgeschlossen für eine Kooperation mit dem Fachverband und wir werden sicher noch von ihr hören!
 
Im Modemuseum sind schließlich die Kostüme zu sehen, die in der Restaurierungswerkstatt aufbereitet wurden.
Führungen durch das Museum sind buchbar, die Sammlung kann aber auch individuell mit Audioguide bestaunt werden.  Hier auch ein Angebot speziell für Schulklassen mit dem Titel „WER SCHÖN SEIN WILL, MUSS LEIDEN“ (Klassen 3-13; Unterrichtsfächer Deutsch, Geschichte, Kunst, MeNuK, WZG)

Last but not least: Die  Kostümakademie Ludwigsburg, ein Projekt, das von der Kostümhistorikerin Frau Dr. Schneider-Gärtner ins Leben gerufen wurde.
In thematischen Führungen kombiniert die Initiatorin ihr kostümkundiges Wissen mit ihrem Faible für die Aquarellmalerei. Eigentlich sind die Kurse speziell für Kinder konzipiert.  Auf Wunsch der undefinedLandesgruppe Baden-Württemberg wurden aber auch schon mehrere Kostümseminare für Erwachsene durchgeführt.

undefined... mehr erfahren zur Kostümakademie Ludwigsburg in textil , Ausgabe 2/2014


   Alraunes Privatmuseum

   im historischen Gasthof "Schwanen" beim Soft Panoptikum von Stefanie Siebert, 
   Marktplatz 5, D-72401 Haigerloch

   Lebendig wirkende und doch gestopfte und genähte, menschengroße, hintergründige Kunstfiguren
   ziehen den Besucher in ihren Bann - immer ein Besuch wert ....

ÖFFNUNGSZEITEN:
Do, Fr, Sa, So + Feiertage von 14:00 bis 17:00 UHR

Einlass-Schluss ist um 16:30 Uhr
Ein Rundgang durchs Museum dauert ca. 45 Min.
EINTRITT:
Kinder bis 6 Jahre frei, von 6 - 14 Jahren 3,- €
Ab 14 Jahren & Erwachsene 7,- €

 

 

 


Wie wäre es im Anschluss an den Museumsbesuch in Haigerloch mit dem Besuch der Wanderausstellung "Textile Vielfalt – Industrielle Erfolgsgeschichten aus Württemberg" an, die in Reutlingen beginnt.... weitere Ausstellungsorte finden sich auf dem Flyer zur Wanderausstellung auf der Web-Seite des  undefinedIndustriemagazins der Stadt Reutlingen.

Weitere Anregungen finden Sie auf den Museumsseiten der Landesgruppen.


Reisetipps für:     Nordeuropa          Südeuropa          -          Bildungsreisen des Fachverbandes