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ARCHIV: Buchbesprechung: FACHWISSSENSCHAFT

 

Die Buchbesprechungen sind in einer Übersichtstabelle thematisch geordnet.

Die Buchbesprechungen sind anschließend nach ABC (Autor) angeordnet.


KULTURWISSENSCHAFTEN

  • Empfehlungen von Prof. Dr. Waltraud Rusch

  • Ellwanger, Karen; Hauser, Andrea; Meiners, Jochen (Hg.):
    Trachten in der Lüneburger Heide und im Wendland.
    2015, 436 Seiten (49,90 €)
    ISBN 978-3-8309-3208-6
    Waxmann: Münster - New York

  • In der Reihe „Visuelle Kultur. Studien und Materialien, im Auftrag der Kommission Fotografie der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde" werden mit Band 9 die Ergebnisse des Forschungsprojekt „Trachten in der Lüneburger Heide und im Wendland“ unter der Leitung von Karen Ellwanger vorgestellt.

    Trachten sind materielle Kultur in einer bestimmten Region, deren Interesse Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Verfall dieser Kleidungskultur in den Fokus geriet. Bis heute kann man in allen Regionen der Bundesrepublik die Bewegungen zum Erhalt der Trachten bis heute wahrnehmen. Die Globa- lisierung der Kleidungswelt konnte auch dies nicht aufhalten.

    Trachten sind immer ein Ausdruck einer regionalen Gesellschaft, deren Traditionen noch gepflegt und mit In- novationen durchdrungen sind. Andrea Hauser stellt hier vier große Museums- sammlungen vor, deren Texte, Bilder und Objekte in Bezug auf Trachten- forschung zusammengeführt werden.

  • Karen Ellwanger stellt gleich zu Anfang Thesen und Fragen zur Trachtenfor- schung heute vor.

    Zahlreiche Abbildungen in Schwarz-Weiß und Farbe stellen sich anschaulich neben die wissenschaftliche Texte, gegliedert in: Museale Überlieferung, Textilwis- senschaftliche Analysen, Visualisierung- en, Musealisierung, Formen des Folklor- ismus und Aktualisierungen.
    Insgesamt 19 Wissenschaftler und Wis- senschaftlerinnen bearbeiten das Feld der Trachten hin bis zu den Präsenta- tionen in der Gegenwart.

    Dieser sehr umfangreiche Projektbericht lässt Einblicke in die Welt des Textilen, deren Berufe und deren Bedeutungen zu. Interdisziplinär werden die einzelnen Aspekte zusammengeführt und nach de- ren Erhalt und Präsentationen in Museen, deren Aufgabe der Erhalt von materieller und immaterieller Kultur ist.
    Das gelungen Gesamtwerk dient her- vorragend als theoretische wie prak- tische Grundlage für weitere Aufarbei- tungen von Trachten aller Regionen.

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  • Fischer Dorothea:
    Lac Dye. Das königliche Rot aus der Natur Asiens
    2016, 160 Seiten (28,99 €)
    ISBN 978- 3-7392-6580-3
    BoD: Norderstedt

  • Die Autorin ist seit vielen Jahren Mitglied des Fachverbandes ...textil.. e.V. und schon immer eng mit Textilien verbunden. Jahrzehntelange Erfahrung im Färben gibt sie in Publikationen und auf ihrer Homepage weiter. Ihre Eltern besaßen eine Strumpffabrik, da lag es nahe den Beruf der Strickerin zu erlernen. Der Enthusiasmus, der ihr textiles Wirken begleitet, findet sich auch in „Lac Dye“ wieder.

    Lac Dye ist Laccainsäure, die als roter Farbstoff in Asien und auch Afrika bekannt ist. Er wird aus Schellackläusen gewonnen und somit zu den tierischen Farbstoffen zuzuordnen.
    Beeindruckend stellt sich uns der Rei- sebericht von Jenny Balfour-Paul durch Bhutan dar, in dem die Bedeutung des Lac Dye und Seide aufgezeigt wird.
    Weiter gewinnen wir einen Eindruck über die Kulturgeschichte dieses roten Farbstoffes insbesondere in der orien- talischen Teppichwelt.

  • Ausgesprochen Textilpraktisch wird es ab Kapitel fünf, wo wir in das Färben mit Lac Dye eingeführt werden. Die unter- schiedlichsten Rottöne können erzeugt werden. Die Rezepte werden in diesem anschaulich gestalteten Buch offenbart. Was man daraus machen kann? Interessante, gefällige Vorschläge in Form von Strickmodellen werden vorgestellt. Kurze Strickanleitungen sind beigefügt und können auf der Homepage von Dorothea Fischer Ergänzung finden. Insgesamt ist dieses Buch jeder Färberin, die sich der Farbe Rot verschrieben hat, zu empfehlen. Das ansprechende Cover inspiriert sofort.

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  • Fitzgerald, Tracy; Taylor, Alison:
    1000 Kleider. Formen, Stile, Stoffe.
    2015, 288 Seiten (39,90 €)
    ISBN 978-3-258-60118-2
    Haupt Verlag: Bern.

  • Das 2014 in London erschienene Buch liegt nun in deutscher Übersetzung vor. Es hat den Anspruch, Modeschülern, Profis und interessierten Laien eine um- fassende Zusammenstellung über einen der wichtigsten Bereiche des Mode- designs - das Kleid - zu geben.

    Jedes Kapitel der verschiedenen Klei- derformen ist unterteilt in

    1. Kontext (Entwicklung des Schnitts, einige historische Ereignisse, Mode- schöpfer, bezeichnende Beispiele)
    2. Entwurfdetails (Silhouette, bevor- zugte Stoffarten, Futter, Verschlüsse, Verzierungen, Formgebung)
    3. Nachschlagewerk (unterschiedliche Kleidervarianten, Besonderheiten der Modelle)

    Die Abschnitte zeigen u.a. Tageskleider, Shiftkleider, Hemdkleider, Sommer- kleider, Strickkleider, Mantelkleider, Abendkleider in ihren verschiedenen Ausformungen und bieten durch prä- zisierende knappe Erläuterungen der Fotos Anregungen für die eigene Ge- staltung.

  • Natürlich wird auf weitere Inspira- tionsquellen wie z.B. historische Klei- dung, bildende Kunst, andere Kulturen  hingewiesen. Ein umfassendes Glossar und Register ergänzen die Veröffent- lichung.
    An alle an der Mode seit 1945 Inter- essierten und Detailbegeisterten (Schnit- te, Stoffe, Gestaltung), Anregungen suchenden Textilerinnen:
    Das ist ein Nachschlagewerk für sie!

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  • Gürtler, Christa; Hausbacher, Eva (Hg.):
    Kleiderfragen. Mode und Kulturwissenschaft.
    2015, 210 Seiten (29,99 €)
    ISBN 978-3-8394-2819-1
    transcript: Bielefeld

  • In diesem Sammelband der Reihe Fashion Studies herausgegeben von Gertrud Lehnert – äußern sich 11 Autoren und Autorinnen zu sehr unterschiedlichen Themen von Kleider- fragen. Das Thema Kleidermode wird interdisziplinär aus den unterschied-lichsten Perspektiven heraus betrach- tet.
    So vielfältig die Betrachtungsweisen, so vielfätig ist das Phänomen Mode, das „zwischen Kunst und Kommerz sowie ... Museum und Markt angesiedelt ist.“

    Bekannte Namen wie Barbara Vinken (Männer sind die neuen Frauen: Unisex oder Cross Dressing), Gertrud Lehnert (Mode als kulturelle Praxis), Daniel Devoucoux (Medien in Medien. Zur Kulturanthropologie von Mode im Film) oder auch Elke Gaugele (Unter dem ökonomischen Imperativ.

  • Mode, Ethik, Global Governance) haben sich an der interdisziplinären Ring- vorlesung „Kleiderfragen“ beteiligt, die im Wintersemester 2013/14 an der Universität Salzburg stattgefunden hat und hier dokumentiert wird. Die vor- tragenden Wissenschaftler und Wissen- schaftlerinnen entstammen den unter- schiedlichsten Disziplinen.

    So vielfältig und bunt ist der Blick auf die Mode, die ein globales kulturelles Phänomen darstellt. Die einzelnen Aufsätze sind aufschlussreich und in den unterschiedlichen Wissenschaften mit den unterschiedlichen Aspekten als Lek- türe zum Erschliessen dieses Phänomens in Lehre und Forschung einsetzbar.

    Die Liebe zur Mode lässt den Leser sich in die einzelnen Beiträge vertiefen und stellt fest, dass ein nachvollziehbarer Diskurs geführt wird, der einlädt sich ihm sowohl intellektuell als auch mental hinzugeben. Das Buch liefert genügend Stoff, um sich wissenschaftlich tiefer mit den Wissenschaften der Mode ausein- anderzusetzen.



  • Hohnsträter, Dirk (Hrsg.):
    Konsum und Kreativität.
    2016, 198 Seiten (24,99 €)
    ISBN 978-3-8376-2865-4
    transcript: Bielefel.

  • Das vorliegende Buch ist Band 1 der Reihe Konsumästhetik, die sich der kul- turwissenschaftlichen Konsumforschung widmet. Es versammelt die Ergebnisse der im September 2013 stattgefundenen Tagung „Konsum und Kreativität“.

    In zehn wissenschaftlichen Beiträgen unterschiedlicher Disziplinen - wie Kunst, Ästhetik, Philosophie, Ethno- logie, Germanistik, Soziologie, Kul- turwissenschaft, Geschichte - gehen die Autoren der Aufgabe nach, die krea- tiven Elemente im Konsum und den künstlerischen, kreativen Umgang mit käuflichen Dingen wie z.B. dem allbe- kannten Zauberstab, der in vielen Küch- en beheimatet ist, aufzuzeigen. Gerade hinsichtlich der individuellen Nutzung, Umgestaltung und Kombination von all- täglichen Konsumprodukten ist die Krea- tivität kein Gegensatz zu Konsum.
    Hans Peter Hahn ist der Meinung, dass „...Konsum als Teil kultureller Arti- kulation“ zu verstehen sei.

  • Die diversen Positionen der Autoren lassen sich nicht kurz zusammenfassen, so dass ich nur empfehlen kann, sich diese in einem eingehenden Studium selbst nahe zu bringen. Bereichernd sind vor allem auch die eindeutigen Defini- tionen und die wissenschaftliche Breite, die sich dem Leser bietet. Globa- lisierung, Nachhaltigkeit und die Hand- lungsformen des Konsum greifen Aspekte der Psychologie und Soziologie des Individuums und der Gesellschaft auf.

    Da gerade auch Textilien wie z.B. Jeans oder T-Shirts zu den ausgesprochenen Konsumgütern gehören, offenbaren sich (nicht nur) für Textilwissenschaftler und –wissenschaftlerinnen vielfach Ansatz- punkte zur Begründung einer niveau- vollen Verbraucherbildung in den Mode- und Textilwissenschaften.

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  • König, Gudrun M.; Mentges, Gabriele; Müller Michael R. (Hg.):
    Die Wissenschaften der Mode.
    2015, 221 Seiten (24,99 € )
    ISBN 978-3-8394-2200-7
    transcript: Bielefeld

  • Das Herausgeberteam stellt fest, dass sich eine Modewissenschaft bis heute an den deutschsprachigen Hochschulen nicht etabliert hat, sich jedoch ver- schiedenen Disziplinen (Germanistik, Soziologie, Kulturwissenschaft, Kunst- geschichte, Europäische Ethnologie) sich der Mode immer wieder forschend zugewandt hat.

    Das Buch stellt den Versuch dar, eine Modewissenschaft zu initiieren und deren Aufarbeitung ab dem 19. Jahr- hundert zu beginnen. Gabriele Mentges stellt fest, dass die „Angst der Forscher vor der Mode“ darin begründet liegt, dass unterschiedliche disziplinäre An- sätze unterschiedliche methodische Zugänge und Diskurse benötigt. Be- griffliche Klärungen sind nötig.

  • Die Vielfalt und disziplinäre Verortung deutet sich bereits im Inhaltsverzeichnis an: Kostümgeschichten und frühe Mode- theorien; Mode, Markt, Modernität; Mode in der Literaturwissenschaft, ... als museale Inszenierung, ... in der aktu- ellen deutschen Presse, Trachtenfor- schung, Modesoziologie und Semiotik.

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  • Kühl, Alicia:
    Modenschauen. Die Behauptung des Neuen in der Mode.
    2015, 332 Seiten (32,99 €)
    ISBN 978-3-8394-2885-6
    transcript: Bielefeld

  • Modenschau wird hier als eine Form der Kleidungspräsentation untersucht. Die simple Frage lautet: Welche Funk- tion hat die Modenschau?

    Zwangsläufig bleibt hier die Kleidung als materielle Kultur im Hintergrund, die Inszenierung der Vorstellung neuer Kleidung tritt in den Vordergrund. Dabei spielt die Atmosphäre eine besondere Rolle. In ihrer mode-theoretisch fun- dierten Arbeit, für die sie zudem Theorien des Performativen, des Rau- mes, der Atmosphären und des Neuen hinzuzieht, untersucht sie Moden- schauen ausgewählter Haute- Couture- und Prêt-à-porter-Designer der letzten 30 Jahre und zeichnet nach, inwieweit die in ihnen erzeugten Atmosphären eingesetzt werden, um die Überzeugung zum Neuen zu leisten.

    Die Studie hinterfragt erstmals die Funktion und Position der Modenschau innerhalb des Modezyklus, was auch eine Neubewertung der Rolle der Klei- dung nach sich zieht. Die Modenschau wird als Aushandlungsfläche oder -pro- zess für das, was in Sachen Kleidung Mode wird.

  • Daran beteiligten sich viele Institutionen wie Modespezialisten, Designer, Blogger. Zuletzt muss es auch den Konsumenten gefallen. All dies wird in einer histo- rischen Retrospektive mode- theoretisch erarbeitet und untersucht.

    Alicia Kühl verweist darauf, dass nicht die Modenschau etwas Neues ist, sondern der Wandel der Modenschau hin zu den neuen Modenschau-Bildern, die letztlich die Arbeit, die Atmosphäre leistet, dass die gezeigte Kleidung Mode wird. So ist die Autorin überzeugt, dass die Zukunft der spektakulären, atmosphärischen Mo- denschauen wegen der Technologisie- rung der Materialien eher durch eine funktionelle Intervention abgelöst wer- den.
    Diese sehr dichte Untersuchung verlangt Durchhaltevermögen beim Lesen, ge- währt jedoch viele Einsichten in ein Me- tier, dass den meisten eher unbekannt ist.

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  • Wenrich, Rainer (Hg.):
    Die Medialität der Mode. Kleidung als kulturelle Praxis. Perspektiven für eine Modewissenschaft.
    2015, 411 Seiten (32,99 €)
    ISBN 978-3-8394- 2559-6
    transcript: Bielefeld

  • Dieses umfängliche Buch ist der dritte Band der Fashion Studies, die Gertrud Lehnert im transcript-Verlag herausgibt.

    Der Kunstwissenschaftler und Kunst- pädagoge Wenrich bundelt unter den Themen „Kleidung denken, Kleidung lesen, Kleidung verstehen, Kleidung kulturell und politisch transformieren, Kleidung präsentieren und Kleidung medialisieren“ insgesamt 19 Beiträge von anerkannten Wissenschaftlern der Mode aus Deutschland, Großbritannien und USA. Deutlich wird, dass „die Kleidermode ... in der Zwischenzeit als Medium anerkannt (ist), das unsere Kultur uneingeschränkt durchdringt“ (Vorwort von Harold Koda).

    Die sehr unterschiedlichen Blickweisen auf das Phänomen Kleidung und Mode erweitern den globalen Blick auf kulturelle Praxen. Ziel ist die „Konsti- tution einer Wissenschaft der Mode“. Diese muss auf die verschiedenen Be- zugswissenschaften eingehen, um das Phänomen der Mode in der Gegenwart auch unter dem Aspekt der sich neu entwickelnden Phänomene der Alltags- kultur darzustellen.

  • Insgesamt sind die Themen nicht neu, aber doch neu, da sich die globale Kultur als solches verändert hat und sich anzugleichen scheint. Der interdiszi- plinäre gespannte Bogen muss vom Leser selbst erarbeitet und bearbeitet werden. Es gibt reichlich Diskussionsstoff zu Haltungen und Einstellungen, die jeder für sich auf der Grundlage der Fakten und Thesen einnehmen kann. Dieses Buch beinhaltet eine reichliche Samm- lung von Aufsätzen zum Thema Mode aus Vergangenheit und Gegenwart, die bis in die Zukunft hineinreichen. Die Beiträge können die wissenschaftliche Ausein- andersetzung auch in vielen Seminar- räumen der Hochschulen.

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Letzte Änderung: Mo, 12.12.2016